Von Willebrand Erbkrankheit ( vWD)

 aktualisiert am 15.1.2019

 

 

Im Sommer 2017 haben wir uns entschieden Dayla kastrieren zu lassen. Bei der OP ist sie fast verblutet. Wäre sie nicht in den Händen eines absolut erfahrenen Chirurgenteams gewesen, mit sehr gut ausgestatteter Praxis, wäre sie nun nicht mehr da. Was wir an diesem Tag durchgemacht haben , kann man nicht beschreiben. Es wurden danach verschiedene Tests gemacht, um die Ursache auszumachen. Da von den getesteten Werten alle im Normbereich waren, wurde erstmal ein allergischer Schock mit Verbrauchskoagulopathie vermutet.

 

Dayla hat die OP zum Glück absolut schnell und ohne weitere Komplikationen überstanden und war sehr rasch wieder fit.

 

Zum Ende des Jahres 2017 las ich zum ersten Mal auf Facebook von der Erbkrankheit „von Willebrand Typ 1 “ unter Kromfohrländern.

 

 

 

Die von Willebrand Erkrankung (vWD) ist die häufigste vererbte Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad, die aus einem defekten oder gar fehlenden von Willebrand Faktor (vWF) im Blut resultiert. Der vWF ist ein wichtiger Faktor der Blutgerinnung. Ein fehlender oder defekter vWF hat zur Folge, daß betroffene Tiere bei Verletzungen sehr lange nachbluten und u.U. verbluten können. Die Blutungen betreffen Schleimhautoberflächen, verschlimmern sich durch physischen und psychischen Streß und andere Krankheiten. Typische Anzeichen sind: Wiederholte Magen-Darm-Blutungen, mit oder ohne Durchfall, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit, Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken, Hämatome auf der Körperoberfläche, exzessive Blutungen von zu kurz geschnittenen Nägeln, nach dem Kupieren der Rute oder nach Operationen. Man unterscheidet drei verschiedene Formen dieser Erkrankung (Typ 1, 2 und 3). Die vWD Typ1 ist die mildeste der drei Formen.

 

Quelle: www.laboklin.de

 

 

Der genetische Test auf die von-Willebrand-Erkrankung Typ I (vWD1) erfasst eine genetische Variante, welche für einige Rassen als ursächlich für die Symptome der Erkrankung beschrieben ist.

 

Für den Kromfohrländer kann man diesen genetischen Test ebenfalls durchführen.

 

In diesem Fall wird die genetische Variante mit der hohen Zuverlässigkeit eines genetischen Tests analysiert.

 

Das Auftreten der Mutation lässt sich in der Rasse Kromfohrländer jedoch bisher nicht mit Symptomen der Erkrankung korrelieren.

 

Verschiedene Labore, darunter Laboklin bieten den Test für die Rasse Kromfohrländer auf ausdrücklichen Wunsch hin an.

 

Bisher fehlen jedoch genaue Studien zur Korrelation der gefundenen Genotypen mit der tatsächlichen Erkrankung.

 

Damit gibt der Test bisher nur und ausschließlich den genetischen Status wieder.

 

Bei Laboklin kann somit auch beim Kromfohrländer zwischen den Genotypen:

 

N/N - frei (von der Mutation)

 

N/vWD- Träger (der Mutation)

 

vWD/vWD - betroffen (von der Mutation)

 

im Gentest unterschieden werden.

 

Laboklin steht in engem Kontakt zu verschiedenen Kromfohrländer-Zuchtverbänden und überprüft derzeit in hauseigenen Studien,

 

inwieweit der genetische Test eine Aussage zur Erkrankung bei dieser Rasse oder Mischlingen mit Kromfohrländer-Einkreuzung zulässt.

 

Gerne erreichen Sie uns bei weiteren Fragen auch telefonisch.

 

Mit freundlichen Grüßen/

 

kind regards,

 

Hubert Bauer

 

Diplom Biologe

 

Molekularbiologie

 

LABOKLIN GmbH & Co.KG
Steubenstr. 4
97688 Bad Kissingen
Telefon: +49 (0)971 - 7202
0

 

 

 

 

 

Im Netz findet man eine Menge Informationen über die Erkrankung. Sie wurde schon bei über 50 Hunderassen nachgewiesen. Zum Beispiel sind bei den Dobermännern 70 % betroffen.

 

Es gibt Anlageträger, die nur in den seltensten Fällen erkranken, es aber weiter vererben und es gibt Merkmalsträger, die deutlich häufiger eine Blutungsneigung haben und es natürlich auch vererben.

 

 

 

Da diese Erkrankung im Sommer bei Dayla nicht getestet wurde, veranlasste ich einen Gentest per Backenabstrich bei Laboklin. Das ist simpel und geht auch ohne Tierarzt und kostet knapp 60 Euro. Es gibt auch andere Labore,die den Gentest anbieten wie www.genoscoper.com.

 

Der Gentest besagte das Dayla Anlageträger für den Typ 1 ist.

 

Ich informierte den Verein,Züchter und die Geschwister.

 

Des weiteren holte ich mir und erhielt Infos von den verschiedensten Menschen über diese Krankheit. Sprach mit dem Labor und Tierärzten.

 

Ich bin der Meinung,dass mit einer Blutgerinnungsstörung nicht zu spaßen ist und man wissen sollte , woran man bei seinem Tier ist, wenn diese Erkrankung in der Rasse nachgewiesen wurde.Da ist es mir persönlich auch erst einmal egal, wie hoch der Prozentsatz ist oder sein soll. Mir geht es dann zuerst um unsere beiden Hunde, die zwei Herzstücke unserer Familie sind. Und ließ somit auch unseren Rüden Chester testen. Auch er ist Anlageträger für von Willebrand Typ 1.

 

 

 

Wenn der Gentest ,wie nun bei unseren Beiden, positiv ausgefallen ist, sollte Blut abgenommen werden und das „von Willebrand Antigen“ bestimmt werden.Dieser Wert sagt aus ob der Hund eine Blutungsneigung hat oder eben nicht.Leider ist dieser Wert nicht statisch sondern varibel. Die Höhe des Wertes hängt von verschiedenen Faktoren ab und letzendlich komplett erforscht ist die Krankheit beim Kromfohrländer auch noch nicht . Daher kann man nur jedem Anlage -oder Merkmalstäger anraten, das zeitnah vor operativen Eingriffen das vWillebrand Antigen bestimmt wird, damit man weiß wo man steht.

Der Normbereich vom vWillebrand Antigen liegt bei 50-180% .Unsere Dayla hatte bei der Kontrolle nach dem Gentest 65 % und hatte somit zu diesem Zeitpunkt keine Blutungsneigung.Wie ihr Wert seinerzeit bei der Kastration war, wissen wir natürlich nicht.

Ich gehe davon aus das er deutlich niedriger war und somit Ursache für ihre starke Blutung.

 

 

 

 Mir wurde von zwei, drei Leuten Panikmache vorgeworfen, aber die gehen völligst unter bei den Menschen, die mich unterstützt haben und bei denen ich mich auf das allerherzlichste bedanke: Für Gespräche, Sms,Whatsapp, Telefonate, Informationen und vor allem über Mitgefühl!

 

 

 

Mein Fazit : Die von Willebrand Erbkrankheit ist vielleicht verbreiteter wie man glaubt und wer sicher gehen will, sollte einfach seinen Hund testen, um nicht von Blutungen überrascht zu werden..oder schlimmer...dass der Hund verblutet.

 

Bzw. so könnte man auch vermeiden, dass zwei positive Hunde verpaart werden.

 

 

 

ABER: Der Typ 1 der v. Willebrand Erbkrankheit ist die mildeste Form und Anlageträger wie nun zum Beispiel unsere Dayla mit gutem Gerinnungswert führen trotzdem ein uneingeschränktes, unbeschwertes Hundeleben.Es ist beileibe kein Todesurteil! Selbst im eher seltenen Erkrankungsfall gibt es auch für eine nötige Operation Medikamente, die diese möglich machen.

 

 

 

Aber wissen muß man es halt, um entsprechend reagieren zu können!

 

Ich freue mich über jedes Herrchen und Frauchen, dass ich durch meinen Bericht zum Gentest an ihrem Kromi animieren konnte!

 

 

 

Mit Einverständnis der Besitzer :

 

Cliff von der Paderau - Anlageträger vWD Typ 1

 

 

Cassy-Chea von der Paderau - Anlageträger vWD Typ 1 

 

 

Colin von der Paderau - Anlageträger vWD Typ1 

 

 

Casper von der Paderau - Anlageträger vWD Typ 1

 

 

Chester von der Paderau- Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 Conner von der Paderau – Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 

Dayla von der Paderau – Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 Dean von der Paderau- Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 Djuk von der Paderau- Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 Dorjan von der Paderau- Anlageträger vWD Typ 1

 

 

 Damara von der Paderau- frei von vWD

 

 

 Darline von der Paderau- Merkmalsträger vWD Typ 1

 

 

 

 

 

 

 Drei der Anlageträger haben einen erniedrigten Blutwert, allerdings noch im tolerablen Bereich,hier wurde noch getestet ob eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, die auch zu erniedrigten Werten führen kann. Bei allen drei Hunden sind die Schilddrüsenwerte in Ordnung. 

 

Die Merkmalsträgerin, Daylas Schwester Darline, hatte bei der Kontrolle einen stark erniedrigten Antigenwert von nur 13 % bei normalen Schilddrüsenwerten und somit zu diesem Zeitpunkt eine hohe Blutungsneigung. Bei Darline sind die Besitzer extrem froh nun dieses Wissen zu haben, denn sie wäre nach der nächsten Läufigkeit kastriert worden, was nun erstmal nicht passiert. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, dass Darline dann hätte verbluten können.

 

Einer der genannten Rüden (Anlageträger) hat beim Setzen des Kastrations-Chips unnatürlich stark und lange nachgeblutet.Der Gentest +Blutwert erfolgte erst danach. Sein vWillebrand Antigen lag bei der Kontrolle im Februar 2018 bei nur 36% ! Im September 2018 sollte er kastriert werden. Nun wurde natürlich vorab das Antigen nochmal bestimmt und es lag mit 58% im unteren Normbereich. Kurz vor der OP verletzte sich der Rüde leicht am Unterschenkel an einem Rosenstrauch und es dauerte recht lange bis es aufhörte zu Bluten. Aufgrund dessen verweigerte die Tierärztin die Kastration und verwies auf eine besser ausgestattete Tierklinik. Dort wurde der Hund dann mit einem Medikament versorgt, was die Blutgerinnung unterstützen soll und wurde erfolgreich und ohne abnorme Blutungen kastriert.

 

Noch ein Rüde (Anlageträger) hat bei seiner Kastration massiv in den Hodensack eingeblutet, sowie ausgeprägte Blutergüsse am Unterbauch und den hinteren Oberschenkeln. Sein vWillebrand Antigen lag bei der Kontrolle bei  nur 18 %! Die Kastration erfolgte bei ihm auch, bevor seine vWillebrand-Anlage bekannt war.

 

 

 

 

 

Es ist Ihnen, liebe Leser, sicherlich klar, das die Elterntiere, die „von Willebrand“ an einen Teil des C und D Wurfes vererbt haben, den Gendefekt auch geerbt haben, nämlich von dem einen oder anderen ihrer

jeweiligen Elternteile...usw...usw !

 

 

 

 

 

Bei Fragen gerne Email an runwoman@web.de

 

 

 

Carmen Gerlach